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Peter Hamecher - Das Märchen vom Tod

DAS MÄRCHEN VOM TOD.
Es war zur Zeit, als die Menschen sich noch nicht balgten und drängten um ein armseliges Fleckchen Erde, darauf sie stehen könnten, und der Tod noch nicht als Würgengel, sondern als Freund und in sanfter Lieblichkeit wie der Traumgott sich den müde und ablebig gewordenen nahte . . . Da zog der Tod eines Tages über die Erde, um zu sehen, was zur Sichelmahd gereift sei. Wie ein schöner freundlicher Königsknabe war er anzuschauen, wie er daherritt. Ein schwarzer Sammetmantel fiel bauschend von seinen Schultern nieder bis über das Hinterteil seines Pferdes. Um seine Stirn spannte sich ein schmaler Silberreif. Das Pferd ging langsam gemächlichen Trott; denn die Zügel ruhten lässig in der Hand des Reiters. Das Tagwerk des Todes war getan. Sorglos blühendes Leben hatte er gesehen, das sich noch nicht nach seiner Umarmung sehnte. Und einer Allen, die schwer unter der Last ihrer Jahre keuchte, hatte er mitleidig die Bürde von dem verkrümmten Rücken genommen. Nun zog er auf se…